26. 05. : unser Abendteuer

Am Wochenende bin ich nach Sibiu (dt. Hermannstadt) gefahren um mich dort mir vier anderen Freiwilligen zu treffen. Wir haben uns ein Auto gemietet und sind einfach losgefahren. Um Sibiu findet man die Karpaten, und die Landschaft ist einfach unglaublich schön.

 

Wir hatten eine sehr alte Straßenkarte, die aber noch zu stimmen schien. Als „Ziel“ unseres Ausfluges hatten wir einen See ausgewählt. Es war für uns sehr interessant zu sehen, was in Rumänien alles als Fernstraße bezeichnet wird und vor allem was für kleine Wege eingezeichnet sind. Wir sind dann einen Weg langgefahren, der noch nicht mal asphaltiert war, aber in der Karte war er als normale Straße eingezeichnet. Aber in der Karte war er eingezeichnet. Die meisten Landstraßen haben weder einen Mittelstreifen oder eine  Randbegrenzung geschweige denn eine Leitplanke, auch nicht wenn es in Serpentinen den Berg hoch bzw. runter geht. Manchmal hat man auch eine schöne Straße mit Markierungen und so weiter und auf einmal kommt eine Stelle die noch nicht mal asphaltiert ist und wo allem Anschein noch gebaut wird.

Man fährt meistens durch den Wald was sehr idyllisch ist. Man muss aber auf sehr viele Hunde, Kühe und Pferde  Rücksicht nehmen und da diese entweder auf der Straße leben oder direkt an der Straße ihre Weide haben, die auch nicht durch einen Zaun begrenzt wird. Das schlimmste war als der Busfahrer am Sonntag auf meiner Rückfahrt nachhause einen kleinen Welpen überfahren, da dieser trotz mehrfachem Hupen nicht von der Straße gegangen ist.

 

Allerdings fahrt man in dieser Idylle nur sehr selten durch ein Dorf und hat ach meistens keinen oder nur wenig Radio- und Handyempfang, also das was man im Allgemeinen als Pampa bezeichnet. Das wurde für uns zum Verhängnis, als unser Auto angefangen hat ein wenig rum zu spinnen. Aber im Endeffekt sind wir doch wieder gut in Sibiu angekommen und hatten sehr viel Spaß mit unserem Auto „Mogli“.

 

Am schönsten war aber die anderen Freiwilligen wieder zu sehn und sich auszutauschen und einfach zu quatschen. Ich muss sagen diese Stadt gefällt mir super gut. Es gibt einen riesigen Marktplatz und eine Flaniermeile. Aber allzu viel hab ich noch nicht von der Stadt gesehen, weil wir uns die wunderschöne Umgebung anschaut haben. Auch wenn es ein bisschen kühler war hatten wir trotzdem gutes Wetter und konnten die Landschaft genießen und dank guter Sicht auch die unglaubliche Weite der Karpaten. Wir haben auch viele Seen und Flüsse gesehen und war einfach total schön und man kann sehr viel Natur erleben, weil vieles noch sehr unberührt wirkt.

 

Jetzt bin ich wieder in Satu Mare und erfreue mich das mein Internet nicht funktioniert, weswegen dieser Bericht ein bisschen später kommen wird ;)

 

Liebste Grüße Lidvina

01. 02.: Wiedermal eine lange Fahrt

Es ist so richtig Winter geworden bei mir in Satu Mare, es hat sogar richtig geschneit, sodass die große Kindergarten gruppe dem Schnee beim schmälzen zuschauen konnte und endlich selbst eine Schneeballschlacht machen und einen Schneemann bauen konnten, anstatt immer nur davon zu sprechen. Allerdings hat der Schnee beschlossen nicht sehr lange zu bleiben und ist schon wieder bei weg zu tauen.

 

Ansonsten bin ich nun inzwischen schon fünf Monate hier in Rumänien und ich finde es immer noch sehr schön hier zu sein und mir gefällt die Arbeit mit den Kindern und den Schülern, auch wenn die Anwesenheit bei diversen Deutschkonversation gegen null tendiert. Ich denke ein Grund ist sicher, das die Schüler gerade ihr erstes Halbjahr abschließen und dadurch viel lernen müssen und einfach keine Zeit bzw. Lust haben sich dann noch auf deutsch über irgendwelche Probleme auszutauschen.

 

Ich jedoch nutze die Ferien zwischen den beiden Semestern um meiner Heimat einen Besuch abzustatten. Ich sitze jetzt auch schon im Bus auch wenn sich die Reise schwieriger gestaltet als gedacht, da ich nun seit etwa 3 Stunden, 60 km vor Prag festhänge, weil es ein Problem technischer Art mit dem Bus gibt und der Autoservice aus Prag es immer noch nicht geschafft hat dieses in den Griff zu bekommen. Ich weiß noch nicht mal ob er überhaupt schon eingetroffen ist. Naja so ist das ich bin inzwischen schon seit etwa 21 Stunden unterwegs und auch ein bisschen müde und geschafft.

 

Außerdem ist mein Rucksack nun endgültig kaputt, das heißt der Träger hat sich vom Rest des Rucksacks gelöst, sodass man ihn nicht mehr auf dem Rücken tragen kann.

 

Trotzdem freu ich mich auf Deutschland und auf meine Ankunft in Dresden, die Planmäßig in einer ¾ Stunde sein sollte, aber ich glaube das schaffen wir nicht so ganz. Naja, dafür hat es nicht so viel gekostet ;) 

 

Allerliebste Grüße Lidvina

05. 01.: Advent, Weihnachten und Neujahr

Endlich habe auch ich es geschafft mal wieder zu schreiben. Ich weiß es ist lange her und viele haben schon gefragt was mit mir los ist, aber irgendwie hab ich es nicht hinbekommen zu schreiben und dann war auch schon Weihnachten ;).

 

Ich muss sagen die Zeit ist so schnell vergangen und ich bin inzwischen richtig hier angekommen und baue mir langsam mein Leben auf. Neben den unzähligen Deutschstunden, oder mehr Gesprächsrunden, treffe ich mich auch noch mit Schülern und rede meist deutsch mit ihnen. Auch zu meinen Kollegen habe ich immer mehr Kontakt und bin sehr über die Offenheit der Menschen begeistert.

Auch mit der Sprache wird es langsam besser, letztens hat mich eine Schülerin sprachlos angeschaut und meinte, wo hast du so gut sprechen gelernt, dabei habe ich sie nur gefragt ob sie wirklich den ganzen Tag dort gesessen hat. (es gibt hier so eine Art Putzplan, das heißt jeden Tag bleiben drei Schüler im Konvikt und räumen das dreckige Geschirr auf, kümmern sich um die Reinigung der Flure und passen auf, dass niemand fremdes ins Konvikt kommt ;)).

 

Ich muss sagen so schwer es mir am Anfang der Adventszeit gefallen ist, aber irgendwie hat es dieses Land geschafft mich in Weihnachtsstimmung zu versetzten, ob das nun an der unendlichen Weihnachtsbeleuchtung in den Straßen, den Miniweihnachtsmärkten mit Cürtös (lecker ungarischer Kuchen, der über dem Feuer gebacken wird), Glühwein und Schlittschuhbahnen oder die Vorbereitung im Kindergarten, im Konvikt und der Schule auf Weihnachten liegt weiß ich nicht. Was sicherlich auch dazu beigetragen hat war mein Aufenthalt in Cluj Napoca am 2.Advent. Ich habe mich mit drei Freiwilligen von Kulturweit (FSJ-Programm des Außenministeriums)getroffen und wir sind über den Clujer Weihnachtsmarkt gelaufen und haben Weihnachtsgeschenke gekauft und die super beleuchtete Stadt genossen, ich muss sagen, es war sehr schön.

 

Als Weihnachten dann immer näher kam, gab es auch viele viele Weihnachtsfeiern, von allen möglichen Einrichtungen. So gab es hier im Konvikt ein Weihnachtliches Programm, zu dem sogar der Bischof gekommen ist. Auch gab es in der Kathedrale ein Weihnachtsprogramm mit anschließendem Weihnachtslieder singen, vom Hám János Gymnasium. Anschießend hat der Bischof alle Lehrer und Kindergärtnerinnen eingeladen um ein wenig Weihnachtsstimmung zu verbreiten und alle haben Lieder gesungen. Es ist echt erstaunlich, das viele Menschen ein oder zwei deutsche Weihnachtslieder kennen und singen können, so bin ich auch nicht ganz zu kurz gekommen. Ich habe festgestellt, dass die Menschen sehr gerne und viel singen also jetzt zu Weihnachten. Selbst die Kindergarten Kinder haben ein Programm für ihre Eltern gestaltet, natürlich in deutscher Sprache.

 

Dann irgendwann hatte ich schließlich Ferien und konnte mich freuen, als ich Tino endlich am 21. 12. vom Bahnhof abholen konnte, allerdings hatte er drei Stunden Verspätung, sodass er erst abends da war. Die letzten Tage vor Weihnachten haben wir uns noch ein bisschen die Stadt angesehen. Wir wollten auch einen Supermarkt namens Auchan suchen. Deshalb fragten wir die nette Empfangsdame wie man am besten dort hinkomme. Sie riet und mit dem Bus zufahren, wir entschieden uns aber zu laufen. Ein sehr großer Fehler!! Nachdem wir uns nach etwa 2 Stunden laufen mitten in der Pampa wiederfanden, merkten wir, das wir irgendwie falsch waren und kehrten um. Als wir die Zivilisation dann wieder erreicht hatten fanden wir ein Werbeschild, auf dem stand Auchan- 8 Minuten, also liefen wir weiter, bis zum nächsten Werbeschild, wieder 8 Minuten. Nachdem wir dann vier weitere Schilder gefunden hatten (überall 8 Minuten) gaben wir es schließlich, völlig gefrustet ganz auf ;).

 

Auch die Feiertage verliefen für uns sehr abenteuerlich. Am 24. haben wir es uns erstmal mit allen möglichen Süßigkeiten, Plätzchen und Stollen aus der Heimat gemütlich gemacht und uns dann gegenseitig beschenkt. Dann nach sind wir losgegangen um etwas zu essen, allerdings stellten wir fest, dass nichts offen hat, also mussten wir uns mit Brot und Obst begnügen. Als wir dann wieder im Hotel angekommen waren hat Tino sich dann aufs Bett gelegt und war irgendwie krank, worauf der geplante Kirchenbesuch ausfiel und wir uns einen gemütlichen 25. Dezember im Bett machten. Am 26. lud uns eine Kollegin aus dem Kindergarten abends zum Essen ein. Es war sehr interessant und schön. Die erste Frage, die uns gestellt wurde war: „Hart oder nicht so Hart“ -ratloses schweigen von mir und Tino, dann folgte die Erklärung: „viel Alkohol oder nicht so viel“. Im Endeffekt erhielt ich dann einen Kirschlikör und Wein mit Cola (was Tino sehr verstörend fand). Das Essen war sehr lecker und wir beide hatten am Ende das Gefühl zu fast platzen, da wir noch ganz viel Kuchen essen mussten ;).

 

Die Restlichen Tage verliefen relativ normal und entspannt, bis wir dann am 30. Nach Budapest aufbrachen, wo wir dann einen Tag später mit meinen Mitfreiwilligen Silvester feierten. Wir gingen zu einer Party, von einer anderen Freiwilligen, die in eine Wohnung direkt an der Donau, mit Blick auf das Parlament hat. Um Mitternacht gingen wir dann auf die Margaretenbrücke und genossen den Blick auf die Stadt und das Feuerwerk. Leider gab es kein organisiertes Feuerwerk, aber trotzdem war es sehr schön.

Den 1. Und 2. Januar verbrachten Tino und ich damit uns die Stadt anzusehen und ein bisschen zu entspannen.

 

Alles in allem war es eine sehr schöne, wenn auch ein bisschen Chaotische Zeit, aber ich glaube ich werde es nie vergessen.

So nun bleibt mir nur noch euch allen ein frohes und gesundes neues Jahr zu wünschen ;)

 

Allerliebste Grüße und Puszi aus Rumänien

 

Eure Lidvina

03. 11.: Eine schöne Woche

Eigentlich sollte dieser Blog Eintrag schon letzte Woche da sein, aber irgendwie hat es nicht so geklappt wie ich es gern gehabt hätte, also jetzt und mit einer Woche Verspätung.

 

Letzte Woche war auch sehr schön. Tino hat mir viele Sachen aus Deutschland mitgebracht unteranderem auch ein paar Überraschungen, wie einen Adventskalender von meiner Mutter und meiner Schwester.

 

Am Wochenende waren wir in Baia Mare und waren dort auch ein bisschen wandern und weil wir keine Weg gefunden haben sind wir einfach die Skipiste hochgelaufen. Es war zwar sehr anstrengend aber doch irgendwie lustig, weil wer läuft schon eine Skipiste hoch, und schon gar im Sommer…

 

Ansonsten gibt es nicht viel neues, nur das es immer kälter wird vor allem am Morgen und am Abend, also man sollte sich was Ordentliches anziehen sonst friert man.

 

So das war‘s jetzt also wirklich

Liebste Grüße

Lidvina

26. 10.: Der Alltag beginnt ;)

Es ist mal wieder Zeit etwas von mir zu berichten. Und jetzt wo mein Internet wieder besser funktioniert, kann ich es auch in meinem Blog tun ;)

 

Ich bin nun schon eineinhalb Monate hier und irgendwie gefällt es mir hier, auch wenn es alles so anders ist, als zu Hause. Mein Zimmer bzw. das Konvikt wird immer mehr mein Zuhause, und ich merke, das für mich manche Sachen völlig normal werden, auch in der Sprache, Wörter wie „Bosci“(Kurzform für Entschuldigung) oder „Szia“(Hallo) oder „Közömöm“(Danke) benutze ich inzwischen schon ohne großartig darüber nachzudenken.

Auch verstehe ich die Kinder im Kindergarten immer besser auch wenn sie nur Rumänisch reden, es ist unglaublich, wie viel man sich mitteilen kann, ohne dass man verbal miteinander redet.

 

Für die Kinder bin ich inzwischen auch schon ein fester Bestandteil im Kindergarten geworden, so hat mich ein Kind der kleinen Gruppe gefragt, wo ich denn hingegangen bin und wann ich wieder zurück komme, als ich letzte Woche in der großen Gruppe war.

 

Im Konvikt habe ich jeden Dienstag eine Runde, in der ich mit ein paar jugendlichen hier deutsch rede und das wird auch besser angenommen als ich gedacht habe. Viele Schüler verstehen mich zwar nicht, aber es gibt ein paar die ziemlich gut deutsch verstehen und es für die anderen übersetzen. Auch helfe ich gerne bei den Hausaufgaben und gehe Texte durch oder helfe dabei Dialoge zuschreiben, obwohl manchen Sachen echt schwer sind, zum Beispiel Konjunktiv II, was die 12. Klasse gerade macht.

 

Am Mittwoch gab es ein Tischtennisturnier und ich muss sagen ich bin stolz auf mich, weil ich die Vorrunde überlebt habe und erst in der zweiten Runde rausgeflogen bin ;). Die meisten hier spielen aber auch sehr gut Tischtennis, sodass ich noch viel lernen kann.

 

Ansonsten geht es mir gut. Vor zwei Wochen habe ich mich mit zwei Freiwilligen (Karo und Marianne) in Cluj Napoca, auf Deutsch Klausenburg getroffen und mir die Stadt angeschaut. Ich muss sagen mir gefällt die Stadt sehr gut und es ist wirklich lohnenswert sie sich anzusehen. Wir haben auch eine Nacht übernachtet und uns noch einen schönen Abend gemacht und sehr viel über unsere Stellen geredet. Es war sehr schön und hat irgendwie gut getan sich mal so auszutauschen und einfach so zu reden. Also man kann sagen es war ein gelungenes Wochenende.

 

Ich habe hier inzwischen auch eine andere Freiwillige gefunden, sie wohnt in Zalau, das ist ein Stadt, die etwa eine Stunde mit dem Bus von mir entfernt ist. Mal sehen, wir haben uns jetzt für Dezember mal verabredet, weil ihre Wochenenden ziemlich voll sind. Wir haben schon geschrieben und ich denke wir verstehen uns ganz gut.

 

Ach so das Wetter ist hier immer noch sehr schön, die Sonne scheint viel und vorallem ist sie noch sehr warm. Man kann also noch viel unternehmen und die Sonne genießenDas ist schön, weil nächste Woche Tino mit seiner Familie kommt und so können wir noch ein paar Sachen unternehmen.

 

Allerliebste Grüße aus Rumänien

 Eure Lidvina

04. 10.: Es wird Winter in Rumänien...

Jetzt bin ich schon drei Wochen hier und ich muss sagen die Zeit ist wie im Flug vergangen…

 

Es wird hier so langsam aber sicher richtig kalt hier in Satu Mare, heute früh waren sogar schon die Frontscheiben der Autos vereist. Trotzdem scheint die Sonne wie ein Weltmeister, dadurch ist es tagsüber nicht ganz so kalt. Aber einige hier meinten, dass es nicht mehr lange dauert bis der Schnee kommt, also zieht euch warm an...

 

Letztes Wochenende habe ich mich aufgemacht die Stadt zu erkunden. Ich muss sagen es hat sich echt gelohnt. Satu Mare ist eine wunderschöne Stadt, auch wenn viele Häuser schon sehr alt und kaputt sind. In der Mitte gibt es einen kleiner, aber sehr hübschen Park,er heißt die INsel des Friedens, in dem ein paar Bänke sind und auch ein riesiger Springbrunnen.  Ich habe auch die orthodoxe Kathedrale und die römisch- katholische Kathedrale besichtig.

 

Was mir auch sehr gut gefällt, hier gibt es viele kleine Läden, die ganz dicht nebeneinander stehen. Man geht also die Straße entlang und hat viele viele Läden. Nach längerem Suchen habe ich dann auch einen DM und eine Post gefunden also ich bin bestens versorgt ;).

Es gibt hier auch sehr viele Zebrastreifen, aber die meisten Autofahrer interessieren diese nicht und man muss sich schon bemerkbar machen, damit sie anhalten.

 

Im Kindergarten wird alles langsam entspannter, irgendwie scheint gerade eine Krankheit rumzugehen, sodass gestern nur 11 Kinder da waren. Trotzdem ist es sehr anstrengend, da die Kinder immernoch sehr viel weinen und viel Unsinn machen.

Heute war ich mit der dritten Klasse der Hám János Grundschule beim Schwimmunterricht. Ich werde die Kinder jede Woche begleiten und darf sogar auch mit ins Wasser gehen.

 

Jetzt am Wochenende werde ich wieder auf Exkursion sein und zwar mit der Vorschulklasse. Ich werde morgen hingefahren und dort mit den Kindern basteln und spielen. Ich freu mich schon darauf.

Ansonsten geht es mir gut und ich muss sagen ich komme auch mit der Sprache immer besser zurecht, immerhin verstehe ich meistens, was die Leute von mir wollen.  Aber es wird noch eine ganze Weile dauern, bis ich mich komplett in Ungarisch verständigen kann.

 

So ich werde mir jetzt etwas zum Abendbrot machen. Auch wenn ich an den Wochenenden hier alleine bin, bin ich trotzdem bestens mit Essen versorgt, die Küchenfrauen lassen mir immer eine Menge gute und vorallem sehr viele Sachen hier ich könnte warscheinlich noch drei- vier weitere Personen satt machen ;)

 

Also bis demnächst

Liebste Grüße

Eure Lidvina

21. 09. :Endlich bin ich da!!!

Seit Montag bin ich nun hier in Satu Mare, im Norden Rumäniens, nahe der Grenzen zu Ungarn und der Ukraine.

Ich wohne hier im römisch- katholischen Konviktus Sankt Alajos und hab ein gemütliches Zimmer in der Mädchenetage.  Es ist zwar alt aber ziemlich hübsch eingerichtet, auch wenn mein Schrank sehr klein ist und mir die Tür der Duschkanine fast entgegenkam, also ich sie schließen wollte ;).

Alle, Schüler wie Erzieher sind hier sehr nett zu mir und versuchen mich in den Alltag zu integrieren, was schwierig ist, da ich weder ungarisch noch rumänisch gut verstehe. Aber es gibt hier auch ein paar die deutsch oder englisch sprechen, oder wenigstens verstehen, was die Kommunikation deutlich vereinfacht. Auch verstehe ich schon einige ungarische Sätze wie „Hast du gut geschlafen“ oder „Wie war dein Tag“ und ich verstehe einzelne Worte wodurch ich manchmal weiß worum es geht.

Meine Hauptaufgabe hier ist deutsch sprechen, was mich ziemlich stört, da ich so nicht so gut ungarisch lerne. Ich gehe jeden Tag in den Kindergarten der zum Hám János Gymnasium (meiner Dienststelle) gehört. Dort gibt es vier deutsche und vier ungarische Gruppen, die nach Alter sortiert sind. Ich werde im Wochentakt zwischen der kleine (2-3) und der großen (5-6) deutschen Gruppe pendeln. Jetzt bin aber zwei Wochen in der kleinen Gruppe, weil dort meine Hilfe dringend gebraucht wird, da für die Kinder noch alles neu ist.

Im Gymnasium soll ich Hauptsächlich der Deutschlehrerin unter die Arme greifen und sie bei Länderspezifischen Sachen wie Kultur, Feste, Bundesländer etc. unterstützen. Es soll auch eine Art AG geben, in der man zusammen lernt, oder mal einen Film sieht oder einen Sketch bzw. ein Theaterstück einübt. Ich soll auch den Schülern bei den Hausaufgaben helfen und mit meinen Ideen zur Verbesserung der Deutschkenntnisse beitragen.

Gestern und heute hatten wir eine Exkursion mit der kleinen Gruppe und ihren Eltern. Dazu sind wir in ein Haus gefahren, das mitten im Wald war. Es war sehr schön und auch noch sehr neu. Es gab dort auch einen schönen Spielplatz und eine Sitzecke mit Grillplatz. Obwohl es nicht mehr so warm  ist, haben wir heute Mittag draußen gegessen. Auch wurde sogar die Suppe am Feuer  zubereitet.

Ich wurde von einer Familie im Auto mitgenommen. Je weiter man von der Stadt wegkommt, desto schlechter werden die Straßen, am Ende hatten wir sogar nur noch Waldweg. Gestern sind wir in eine Kuhherde hineingefahren, die gerade auf dem weg von der Weide nachhause zurück war. Es war sehr interessant zu sehen, das die Kühe einfach so abbiegen um „nachhause“ zu kommen. Wir sind dann einfach mitten durchgefahren und einmal ist uns eine Kuh in den Weg gelaufen.

 

Das Wetter ist jetzt wieder etwas schöner, aber ist schon ziemlich kalt und ich bin sehr froh so viele Jacken und Pullis mitgenommen zuhaben ;) 

11.09.

Im Moment sitze ich in einem Nachtzug auf dem Weg von Braşov, zurück nach Budapest, denn es gab eine kurzfristige Plan Änderung. Ich werde nicht nach Bikafalva gehen, weil diese Stelle kurzfristig abgesagt hat. Stattdessen gehe ich nach Satu Mare, die Stadt (etwa 112.000 Einwohner)  liegt im Nordwesten von Rumänien, im Dreiländereck Rumänien Ungarn, Ukraine. Dort werde ich in einem Jesuitengymnasium mit angeschlossenem Kindergarten meinen Dienst leisten. Ich bin froh, da ich jetzt wieder eine Stelle sicher hab, weil bis Montag war es noch nicht klar, ob es so wirklich klappt, wie der ICE sich das vorgestellt hat. Aber wie gesagt nun bin ich wieder an der Grenze zu Ungarn um nach Budapest zurück zu fahren. Dort treffe ich auf meine Ansprechpartnerin Judith Muskovszki um mit ihr noch ein paar Tage zu verbringen. Am Montag geht es dann, pünktlich zum Schulanfang in Rumänien auch in meine Stelle. Ich werde dort mit im Internat wohnen und mich mit den Schülern beschäftigen, was genau meine Aufgabe sein wird kann ich noch nicht sagen. 

 

Zug fahren ist in Rumänien sehr merkwürdig. Zum ersten ist es völlig egal wo man sitzt, aber man muss scheinbar einen Platz reserviert haben. Dann gibt es einfach keine Ansagen, das heißt der Zug hält irgendwann aber man weiß einfach nicht wo man ist, weil die Bahnhöfe sind entweder nicht beleuchtet (was sich nachts schlecht macht) oder sie haben einfach kein Schild wo draufsteht wo man ist. Zudem kommt auch noch, dass mein Zug im Moment etwa 70 Minuten Verspätung hat, ohne dass wir irgendwo unplanmäßig zum Stehen gekommen sind. Es weiß auch keiner wie viel wir zu spät sind. Meine Mitfreiwillige Julia (sie geht nach Timişoara) und ich sind bald verzweifelt. Sie musste schon in Arad aussteigen und wir wussten nicht wo wir waren, also standen wir eine gefühlte Stunde an der Tür, weil wir keinen Plan hatten. Ich hab Glück Budapest ist die Endstation;). Ich hätte nie gedacht, dass ich so was mal sage, aber ich vermisse die Deutsche Bahn.

Auf der Hinfahrt hatten wir auch viel Spaß, da unser Nachabteil komplett mit unserem Gepäck vollgestellt war, das heißt wir sind irgendwie über unsere Koffer in die Betten geklettert und ja es war sehr Kuschlig und warm.

 

Das Seminar Braşov war total schön, Braşov ist einfach eine wunderschöne Stadt. Wir haben sehr viel gesehen und auch ein bisschen was über Rumänien z. B. das es in jedem Café oder Restaurant freies Wlan gibt. Es war immer sehr lustig, wenn wir in ein Restaurant kamen, waren alle Smartphones draußen, da wir in unserer Unterbringung kein Wlan hatten. Was auch noch wichtig zu wissen ist, ich hab eine Stunde Zeitverschiebung, das heißt bei mir ist jetzt schon 7:37 aber ich fahre noch zwei Stunden wenn ich planmäßig um 8:40 in Budapest ankomme. Was man noch sagen kann, ist, dass Rumänien eine wunderschöne Landschaft hat. Auf der einen Seite ist alles unglaublich weit und auf der anderen Seite hat man die Kaparten. Und zwischendrin sind einfach Dörfer oder Städte.

 

SO das soll fürs erste reichen. Ich bin auch ganz schön Müde weil Julia und ich uns mit schlafen abgewechselt haben, damit einer ein Auge auf unser Gepäck haben kann, man weiß ja nie. Also meine Nacht war weniger erholsam. Zumal ich sie planmäßig um 5:17 ausgestiegen wäre und ab da Angst hatte ihren Bahnhof zu verpassen.

 

05. 09.

Seit Dienstag bin ich nun in Freising, das Wetter ist bombig und die Stadt ist sehr schön. Ich muss sagen die Reise mit der Bahn hier her war sehr interessant, da ich mit Unmengen an Gepäck reisen musste. Glücklicherweise war ich nicht allein sondern bin mit Karo( einer Mitfreiwilligen in Rumänien) und noch ein paar Mitfreiwilligen aus Russland gereist, sodass wir uns gegenseitig helfen konnten. Auch ist es erstaunlich wie viele Menschen einem helfen, wenn man sich ein bisschen blöd anstellt. Nachdem wir dann in Hof umgestiegen waren, was sehr abenteuerlich war, waren wir sehr froh, als wir dann mit Sack und Pack im richtigen Zug saßen und auch in Freising am Bahnhof abgeholt wurden.

Ich bin hier mit 18 weiteren Freiwilligen für Osteuropa (auch ICE-Leute) im Palotti-Haus bei einem Seminar vom Renovabis. Das Haus ist superschön, das Essen lecker und immer aus frischen Zutaten zubereitet wie wir heute früh von der Küchenchefin persönlich erfahren haben ;). Die Zimmer sind groß und total ordentlich und sauber. Im Bad gab es sogar Duschgel und Seife in einer riesigen Flasche und für jeden zwei Handtücher. Die Betten waren auch echt bequem und gemütlich, sodass wir gut schlafen konnten. Das Haus sieht von außen auch echt schön aus mit Weinranken und roten Ziegeln, wie ein altes Kloster oder so.

Gestern waren wir in der Hauptstelle des Renovabis auf dem Domberg, von dem man eine wunderbare Sicht über die Stadt und sogar bis zu den Alpen hat. Dort hat sich uns der Leiter von Renovabis Pater Dartmann vorgestellt. Anschließend hatten wir länderspezifische Gespräche mit den zuständigen Referenten über Kultur, Geschichte, die Mentalität der Menschen und vieles mehr. Am Nachmittag haben wir uns mit dem Thema Diskriminierung auseinander gesetzt. Natürlich muss man wenn man schon mal in Bayern ist auch in einen Biergarten gehen und sich Bier und Kaiserschmarren schmecken lassen, was wir am Abend auch getan haben.

Jetzt sitzen wir hier und warten darauf, dass uns unser Taxi heute Abend um 19:45 zum Bahnhofbringt, damit wir um 22:30 nach Budapest aufbrechen können.

 Ja das war viel aber ich hatte auch sehr viel Zeit ;)

Jetzt geht's los...

Nach einer nun doch etwas längeren Vorbereitung wird es jetzt ernst. Ich werde ein Jahr nach Rumänien gehen und dort meinen Freiwilligendienst leisten. 

Mein Heimatort wird Bikafalva sein, ein 400 Einwohner- Dorf, welches im ungarisch sprachigen Teil Siebenbürgens liegt. Die nächstgrößere Stadt ist Odorheiu mit rund 36.000 Einwohnern. 

Mein Projekt ist eine beschützte Werkstatt im Rahmen des Fundatia Wolter. Es umfasst eine Art Schule für behinderte junge Frauen und eine Werkstatt, in der sie Teppiche weben, Körbe flechten und andere handwerkliche Tätigkeiten ausüben. 

Meine Aufgabe wird sein diese Frauen bei ihrem Tagesablauf zu unterstützen, also mit ihnen lesen, schreiben und rechnen zu üben und mit ihnen zu basteln und auch viele neue Dinge mit ihnen zu entdecken. 

Bisher hatte ich zwei Seminare, die mich auf das Jahr vorbereiten sollen. Ein 12 tägiges Einführungsseminar in dem wir ganz formale Dinge über unseren Dienst wie Urlaub, Bildungstage und auch Versicherung erfahren haben, aber auch die Leitlinien des ICE näher angeschaut haben und auch Fachpraktisch tätig waren. Ein besonderer Höhepunkt war hierbei unsere Exkursion nach Prag, bei welcher das Gruppengefühl unseres Freiwilligenjahrgangs gestärkt werden sollte. 

Das zweite Seminar war die 2-wöchige multilaterale Begegnung, in der wir die Freiwilligen aus den anderen Ländern wie Ungarn, Ukraine, Spanien etc. kennengelernt haben, aber auch schon erste Einblicke in die Sprache bekamen. Auch haben wir uns gegenseitig viel über unsere Heimatländer erzählt und hatte viel Spaß vorallem weil es viele Missverständnisse durch die Sprachbarrieren gab. 

Am 3. September geht's dann weiter mit einem Seminar in Freisingen beim Renovabis statt (durch welchen ich auch gefördert werde). 

Am. 5. September geht es dann los über Budapest nach Kronstadt wo ich bis zum 11. September mein letztes Seminar vor dem Beginn meines Dienstes habe. 

Und dann geht's ab nach Bikafalva in die Dienststelle... 

Ich bin 18 Jahre alt und gerade mit dem Abitur fertig und will vor dem Studium noch was sinnvolles machen, etwas neues entdecken ;) Deshalb gehe ich für ein Jahr nach Rumänien und leiste einen Internationalen Jugend Freiwilligendienst.